Wer sich dem Dorf Langd nähert, sieht schon von weitem den Kirchturm. Ist man
allerdings im Dorf angekommen, muss man ein wenig suchen. Mitten im Dorf und
doch nicht gleich sichtbar liegt die alte Kirche und direkt hinter ihr der Friedhof.
Alt ist heutzutage allerding nur der Turm aus dem 13. Jahrhundert mit seinen
gotischen Gewölben und den noch erhaltenen Gemälden in künstlerisch guter
Qualität, was man von einer Dorfirche erst mal so nicht erwarten würde. Sie zeigen
eine Kreuzigungsszene direkt über dem Eingang mit Maria und Johannes, an der
rechten Seite den Kampf von Erzengel Michael mit dem Drachen und eine
Darstellung des heiligen Christopherus, wie er das Christuskind trägt. In der linken
Ecke sind zwei Heilige abgebildet. Ein sich ebenfalls auf der linken Seite befindlicher
Eingang wurde zugemauert, ist aber von außen noch deutlich erkennbar. Der
Schlussstein des Gewölbes zeigt ein Lamm mit einer Fahne, auf der das
Christusmonogramm zu sehen ist. Auf alten Fotos erkennt man darüber hinaus einige
Kreuze, die heute allerdings übermalt sind.
Die Kirche war ursprünglich dem heiligen Michael geweiht und von daher ganz in Rot
gehalten, wie Farbreste bei der Renovierung 1991 bezeugen. Auch der Turm war
ursprünglich wohl höher. Der obere Teil musste nach einem Blitzschlag 1584 neu
errichtet werden. Diverse Becken und Nischen künden noch von der Nutzung in
katholischer Zeit.
Das alte Kirchenschiff wurde 1862 abgerissen und zwei Jahre später durch einen
Neubau im damals populären Bäderstil ersetzt. So präsentiert sich heute der
Kirchraum leicht und beschwingt, geschmückt mit den vier Evangelisten Matthäus,
Markus, Lukas und Johannes sowie Martin Luther und Philipp Melanchthon.
Die denkmalgeschütze Orgel wurde im September 1865 von der Orgelbaufirma
Förster und Nikolaus in Lich gebaut.
Stefan Römer
Stefan Römer
Stefan Römer
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